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Der Wolf

Der Wolf verschwand aus der Wallonie gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Er befindet sich zurzeit in einer natürlichen Entwicklungsphase in Europa. Er profitiert dabei von seinem Status als geschützte Tierart, um seine früheren Lebensräume zu besiedeln. Angesichts der Zunahme der Hinweise auf seine Anwesenheit in der Wallonie seit 2016 wurde ein Netz von Sachverständigen ins Leben gerufen, um alle Informationen zu seiner Rückkehr auf unser Gebiet auf gründliche und standardisierte Weise zu sammeln und zu bewerten.

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Der Wolf

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Kurzbeschreibung

Seine ab 2018 belegte Rückkehr in unser Land lädt zur Wiederentdeckung dieser mythischen Art ein, deren Ökologie ausführlich in der Fachliteratur beschrieben ist. Es folgt eine kurze Beschreibung.

Morphologische Beschreibung

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  • Der Pelz des europäischen Wolfes kann je nach Population eine variable und ziemlich kontrastreiche Farbe haben.
  • Er hat starke Kiefer und einen breiten Kopf und Hals.
  • Il possède une mâchoire puissante, une tête et un cou larges.
  • Die Augen sind gelb und setzen schräg zur Achse des Schädels an. Die Ohren sind kurz, rund und abstehend. Der Schwanz ist relativ kurz mit schwarzer Spitze.
  • Er kann leicht mit dem Wolfshund verwechselt werden, einer Kreuzung zwischen dem Hund ( Canis lupus subsp. familiaris ) und dem grauen Wolf ( Canis lupus subsp. lupus ).
© Yvan Barbier

Ökologie

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  • Der Wolf kann recht unterschiedliche Habitate besetzen, solange ausreichend Nahrung (zahme oder wilde Tiere) vorhanden ist.
  • Die Paarung erfolgt im Februar-März, die Geburten im April-Mai. Die Jungen sind schon im Herbst nach ihrer Geburt fähig, mit den erwachsenen Tieren zu jagen.
  • Der Wolf ist ein soziales Tier und lebt in Rudeln (2 bis 5, höchstens 10 Tiere).
  • Er besetzt einen Raum von 150 bis 350 km² in Westeuropa.
  • Die Jungwölfe wandern hauptsächlich im Frühling und im Herbst aus dem elterlichen Territorium ab, in einer willkürlichen Entfernung von bis zu mehreren Hundert km.
© Einjähriger Wolf (links) und erwachsenes Tier (rechts) - Pascal Ghiette

Lage in der Wallonie

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  • Der Wolf ist vor mehr als einem Jahrhundert aus der Wallonie verschwunden.
  • Die Wallonie befindet sich an der Kreuzung zweier Verbreitungsachsen, und zwar von der französischen (italienisch-alpine Abstammung) und der deutschen Population (polnische Abstammung).
  • Die neuerdings in den Niederlanden und im Großherzogtum Luxemburg festgestellte Anwesenheit des hundeartigen Raubtieres ließ auf eine baldige Rückkehr nach Belgien schließen.
  • 2016 wurden Nachweise auf seine Anwesenheit häufiger, was die Errichtung 2017 eines „Netzes Wolf“ rechtfertigte.
  • Im Januar 2018 wurde eine aus Deutschland kommende Wölfin in Flandern beobachtet.
  • Das „Netz Wolf“ bestätigte die Anwesenheit eines Tieres in der Wallonie (im Juli 2018 im Hohen Venn genommenes Foto).

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Nützliche Links

Das "Netz Wolf"

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Experten dem Wolf auf die Spur

Um die Rückkehr des Wolfes auf unserem Gebiet optimal verfolgen zu können, hat der Öffentliche Dienst der Wallonie 2017 ein Netz von Experten ins Leben gerufen. Dieses Netz zentralisiert, analysiert und bestätigt alle ihm übermittelten Anwesenheitsnachweise. Das „Netz Wolf“ ist ebenfalls die Referenz für die Kommunikation und die internationalen Kontakte.

Allgemeiner Kontext: Die Wallonie an der Kreuzung zweier Verbreitungsachsen des Wolfes

Diese zwei Verbreitungsachsen kommen von der französischen (italienisch-alpine Abstammung) und der deutschen Population (polnische Abstammung). Die natürliche Wiederansiedlung des Wolfes in der Wallonie wird durch Folgendes ermöglicht:

  • der gute Erhaltungszustand der in unmittelbarer Nähe von Belgien lebenden Populationen und die Bemühungen der Nachbarländer in dieser Hinsicht;

  • die Fähigkeit der Art, sich über große Distanzen zu verbreiten;

  • die reichhaltige Anwesenheit von wilden Beuten (Huftiere);

  • die bedeutende Waldfläche;

  • der Status als geschützte Tierart

Das Verkehrswegenetz und das Siedlungsmuster der Wallonie könnten hingegen der Niederlassung und Erhaltung eines Rudels im Wege stehen.

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(Quelle : http://www.lcie.org/Large-carnivores/Wolf)

Errichtung eines Beobachtungsnetzes: das "Netz Wolf"

Organisation des Netzes

Zur Verfolgung dieser Rückkehr hat der Öffentliche Dienst der Wallonie 2017 unter der Leitung der Abteilung Studie des Natur- und Agrarbereichs (Département de l'Etude du Milieu Naturel et Agricole SPW-DEMNA ) ein Beobachtungsnetz ins Leben gerufen.

Das Netzraster basiert auf den Direktionen der Abteilung Natur- und Forstwesen (Département de la Nature et des Forêts SPW-DNF ). Dem schließen sich an:

  • vom Royal St-Hubert Club beauftragte Mitglieder ( als Vertretung der Jäger );

  • die Plattform große Raubtiere (Konsortium verschiedener Naturforschungsorganisationen );

  • die SoCoPro Ovins-Caprins ( unterstützende Vereinigung zum Erzeugerkollegium - Schafe und Ziegen);

  • die Wissenschaftler der Universität Lüttich (Biologen des Laboratoriums für Zoogeographie, Tierärzte vom Gesundheitsmanagement von Wildtierpopulationen und von der Abteilung besondere Pathologien und Autopsien, Laboratorium für Generhaltung GeCoLab);

  • Der VOG Wallonischer Wald .

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P1160417Foto: Ausbildung der Netzmitglieder durch das Oncfs

Insgesamt sind so zirka 30 Mitglieder von den französischen Kollegen des "Office national de la Chasse et de la Faune sauvage à la reconnaissance des indices de présence de l'espèce" ausgebildet worden. Die Zusammensetzung dieses Netzes ist dynamisch und kann je nach Bedarf angepasst werden.

Datensammlung

Die Informationen werden über verschiedene Kanäle direkt vom Feld gewonnen:

  • Das Personal der Abteilung Natur und Forstwesen (ANF) , überall auf dem Feld anwesend;

  • Die Mitglieder des "Netztes Wolf" , entweder direkt oder über ihre eigenen Kontakte und Organisationen;

  • Ein dem Bürger per Telefon (081/626 420) oder Internet zugängliches Alarmsystem .

Diese Informationen können unterschiedlicher Art sein:

  • Sichtung eines mutmaßlichen Wolfes >>> Für diese Beobachtungen ist es ideal, wenn man Fotos vorlegen kann. Sonst wird ein Gespräch organisiert, um zu versuchen, die diskriminierenden Merkmale der Art zu erkennen.

  • Entdeckung eines deutlich von einem Raubtier angegriffenen Kadavers >>> Sofort das Netz verständigen, das möglichst schnell ein ausgebildetes Mitglied vor Ort schicken wird.

  • Entdeckung anderer verdächtiger Spuren, etwa Fährten, Haare, Exkremente >>> Information möglichst mit Fotos belegen.

Wenn der Wolf schon anwesend ist, ist er immer noch in der Erkundungsphase, das heißt, er hat noch kein Revier abgegrenzt und ist also besonders mobil und diskret. Jede Spur ist also sehr selten oder gar vergänglich. Die Geschwindigkeit, mit der die Informationen übermittelt werden, ist also entscheidend für eine richtige Diagnose.

Überprüfung und Bestätigung der Daten

  • Jedes Netzmitglied wurde zum Einholen und Überprüfen von Informationen durch Festhalten der wesentlichen Elemente der Anamnese ausgebildet.

  • Diese Elemente werden dann durch verschiedene Netzexperten gecheckt und der Abteilung Studie des Natur- und Agrarbereichs (DEMNA) zur Bestätigung übermittelt.

Ohne feste Beweise wie DNS oder qualitativ gute Bilder ist es schwer, eine sichere und endgültige Diagnose zu stellen, und bleibt sie im Bereich des Wahrscheinlichen. Der Hauptgrund liegt in der großen Ähnlichkeit der Spuren von Wölfen und Hunden vergleichbarer Größe (deutscher Schäferhund, Saarlooswolfshund, tschechoslowakischer Wolfshund). In der Regel führt die Diagnose zu einer der folgenden 4 Kategorien: Wolf ausgeschlossen, Wolf nicht ausgeschlossen, sicher Wolf und unbestimmt.

Verbreitung der Information

Die bestätigte Information wird im Tab "Überwachungsbilanz" (bilan du suivi) verbreitet.

Diese Seite ist die einzige offizielle, zuverlässige und regelmäßig aktualisierte Informationsquelle für die Öffentlichkeit.

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Photos d'observations ayant permis d'exclure l'espèce Loup

Uns kontaktieren

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Kontaktieren Sie das "Netz Wolf"

Wenn Sie denken, einen Wolf gesehen zu haben oder einen Hinweis auf seine Anwesenheit haben (sie weiter), verständigen Sie bitte das "Netz Wolf".

nützliche Hinweise :

- Sichtungen

- Fotos oder Videos

- Spuren

- Exkremente

- Haare

- Tierkadaver (wild oder zahm)

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Kadaver

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Von Hund oder Wolf angegriffen ?

Die Regierung will durch Wolfsangriffe betroffene Züchter entschädigen; es ist daher äußerst wichtig, alles daran zu setzen, um mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zwischen Angriffen von Hunden und Wölfen zu unterscheiden.

Die folgenden Ratschläge ersetzen nicht das Gutachten der Experten des „Netzes Wolf“, die als einzige eine Autopsie ausführen, Proben nehmen oder im Hinblick auf eine eventuelle Entschädigung eingreifen dürfen. Sie erlauben jedoch, das Richtige zu tun, bevor man das „Netz Wolf“ verständigt.

Der erste Schritt besteht darin, den Ort zu schützen um den „Tatort“ nicht zu verändern. Man soll daher

  • das Gebiet nicht übermäßig betreten
  • die übrige Herde aus dem Gebiet halten
  • den Kadaver abdecken, ohne ihn zu bewegen
  • den Kadaver bei starker Hitze an einem kühlen Ort aufbewahren. Im letzteren Fall müssen Fotos vom Angriffsort genommen werden, bevor der Kadaver bewegt wird.

Der zweite Schritt muss bestimmen, ob es sich um einen Raubtierangriff handelt oder nicht. Dazu ist es wichtig, den frischen Kadaver und die direkte Umgebung zu untersuchen. Der Kadaver kann anschließend untersucht werden.

Untersuchung eines frischen Kadavers
Untersuchung der Umgebung

Bei natürlichem Tod kann die Todesursache sehr schnell durch das Anfressen durch Aasfresser (Rabenvögel, Füchse, Wildschweine, Marderartige...) verwischt werden. Zur Feststellung des Raubangriffes gelten folgende Bedingungen :

  • Die Zeit zwischen dem Tod und der Untersuchung des Kadavers soll möglichst kurz sein: nach 24 Stunden wird die Diagnose schon erheblich erschwert und nach 48 Stunden ist sie so gut wie unmöglich.
  • Die Farbe des Fleisches ist ein guter Hinweis auf die Frische: je roter und blutiger das Fleisch, desto frischer der Kadaver. Danach wird das Fleisch weißer und allmählich bräunlich und trocken.

Zur Feststellung des Raubangriffes gelten folgende Bedingungen :

  • nach Angriffs- und Kampfspuren suchen;
  • nach Spuren von Hundeartigen suchen, z.B. Exkremente, Fußspuren oder Haare. Bei Anwesenheit einer solchen Spur soll man sie fotografieren und schützen;
  • gegebenenfalls Zeugenaussagen von Nachbarn bezüglich der Anwesenheit von streunenden Hunden zum mutmaßlichen Todeszeitpunkt sammeln.
  • den Besitzer zum ursprünglichen Gesundheitszustand des Tieres befragen.

Nach den ersten drei Schritten kann die Untersuchung des Kadavers beginnen. Sie wird obligatorisch von einem Mitglied des „Netzes Wolf“ ausgeführt und lässt zu, zu bestimmen, ob es sich tatsächlich um einen Raubangriff (bei Bissen und Hämatomen) handelt und gegebenenfalls durch welches Raubtier. Gewisse Kriterien sind typisch für den Wolf, andere für den Hund. Die Kombination verschiedener Faktoren ist ausschlaggebend für die Tierart.

Für den Wolf typische Kriterien
Für den großen Hund typische Kriterien
  • Mehrere tiefe Bisse mit Hämatomen am Hals , die den Tod verursacht haben;

  • Öffnung des Brustkorbs zwischen den vorderen Gliedmaßen, Anfressen der Eingeweide der Brustgegend (Lungen und Herz) und systematische Vernachlässigung der abdominalen Eingeweide;

  • Verzehrte Fleischmenge: zwischen 2 und 5 kg für ein einziges Tier;

  • Fleischverzehr vorwiegend an den vorderen und hinteren Gliedmaßen, ohne sie unbedingt auszurenken;

  • Wenn die Gliedmaßen vom Körper abgetrennt sind, ist das Fell oft wie eine „Socke“ heruntergestreift;

  • Umgedrehter oder bewegter Kadaver, um die besten Teile von beiden Seiten zu fressen.

  • Fell der Pfoten oft wie eine „Socke“ heruntergestreift;

  • Lange Knochen eventuell gebrochen.

  • Bisse an verschiedenen Stellen und manchmal am Hals (aber auch an Nacken, Rücken usw.);

  • Eingeweide in der Brustgegend manchmal angefressen, Brusthöhle zwischen den vorderen Gliedmaßen nicht geöffnet;

  • Sind die Keulen angefressen, ist der Knochen oft nicht entfleischt, sondern nur angebissen;

  • Bei Schafen ist manchmal Wolle ausgestreut.

Der letzte Schritt besteht in der Abnahme einer DNS-Probe in der Hoffnung, das Raubtier zu identifizieren.

Für weitere Informationen zum Thema lesen Sie bitte den Artikel in Forêt.Nature (www.foretwallonne.be): " PDF Entre chiens et loups (PDF-1773 ko) “ (vollständige Referenz: Fichefet, V., Della Libera, F., Licoppe, A., Schockert, V. (2018) Entre chiens et loups. Forêt.Nature Nr. 146, 36-41 pp.)

Finanzielle Unterstützung

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Bedingungen und Verfahren zum Erhalt einer Entschädigung

Sie sind Viehzüchter und denken, einen möglicherweise von einem Wolf verursachten Schaden erlitten zu haben? Auf dieser Seite finden Sie alle nützlichen Informationen zum Erhalt einer eventuellen Entschädigung.

Gesetzlicher Kontext

Entschädigungsbedingungen

  • Der Schadenersatz kann nur von Betriebsinhabern (in diesem Fall Landwirte) als Hauptberuf beansprucht werden.
  • Es können nur direkte und sichere Schäden ersetzt werden, insofern sie die Untergrenze (125 Euro) erreichen.
>>> siehe Bedingungen (Art. 58 sexies)

Entschädigungsverfahren > nützliche Dokumente

Überwachungsbilanz

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Welche Ergebnisse ?

Diese regelmäßig aktualisierte Bilanz enthält alle von den Experten des „Netzes Wolf“ behandelten und bestätigten Fälle. Sie ist die einzige offizielle Datenquelle zum Wolf in der Wallonie.
Das Netz hat seit 2016 223 Fälle behandelt. Die Ergebnisse werden synthetisch dargestellt.

Letzte Aktualisierung: 14.06.19

Typisch wichtige HinweiseDiagnose des "Netzes Wolf"
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Details im PDF-format : Bilanz (14/06/2019)